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gfbv indigene umwelt 200Göttingen. - Auf die bedrohliche Lage indigener Naturschützer macht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des Internationalen Tages der indigenen Völker (9. August) aufmerksam. Wenn sie ihre Umwelt vor Zerstörung und Raubbau schützen oder ihre Landrechte einfordern, bringen sich Angehörige von Ureinwohnergemeinschaften häufig in Lebensgefahr, berichtet die GfbV in einem am Freitag veröffentlichten Report.

"In etlichen Ländern werden unbequeme Stimmen schnell durch feigen Mord zum Verstummen gebracht oder sie sind unerträglichen Schikanen wie willkürlicher Inhaftierung, langjährigen Gefängnisstrafen, Misshandlung und Folter oder empfindlicher Einschränkung ihrer Bewegungs- und Meinungsfreiheit ausgesetzt", sagt die GfbV-Referentin Yvonne Bangert.

Die GfbV dokumentiert in dem 36-seitigen Menschenrechtsreport, dass Konzerne und Regierungen der Industrienationen die Wirtschaftsentwicklung fast immer höher bewerten als Umweltschutz und Menschenrechte. Auf indigene Gemeinschaften werde wenig Rücksicht genommen. "So haben in den vergangenen Jahren immer mehr indigene Umweltaktivisten ihr Engagement mit dem Leben bezahlen müssen wie auf den Philippinen. Dort mussten allein zwischen Oktober 2014 und Juni 2015 auf der Insel Mindanao 23 indigene Umweltaktivisten und traditionelle Führer wegen ihres Engagements gegen Bergbauprojekte sterben. Hier wie anderswo bleiben die Täter - gedungene Mörder, Paramilitärs oder staatlicher Sicherheitskräfte - oftmals straflos."

Weltweit gibt es Angaben der GfbV zufolge rund 5.000 indigene Völker mit etwa 450 Millionen Angehörigen.

Anhand zahlreicher Beispiele aus zehn asiatischen, mittel- und südamerikanischen Ländern sowie der Russischen Föderation wird in dem GfbV-Report aufgezeigt, wie skrupellose Großgrundbesitzer, ehrgeizige Projekte zur Öl-, Gas- und Kohle-Förderung, die Errichtung von Staudämmen, die Ausbeutung wertvoller Bodenschätze, rücksichtsloser Holzeinschlag, aber auch Drogenschmuggel und Bürgerkrieg nicht nur das Leben einzelner bedrohen, sondern das Überleben ganzer Ureinwohnergemeinschaften gefährden.

"Angehörige indigener Völker sind zu besonders entschlossenen Umwelt- und Klimaschützern geworden, denn sie sind auf eine intakte Natur angewiesen, die sie schonend bewirtschaften können", sagt Bangert. "Außerdem haben sie zu ihrem traditionellen Land eine so starke kulturelle Bindung, dass sie ihre Identität verlieren, wenn sie vertrieben oder zwangsumgesiedelt werden."

"Es reicht nicht, mit Blick auf den Klimawandel Gipfel um Gipfel zu absolvieren und immer neue Klimaziele zu verkünden", mahnt die GfbV. "Den indigenen Umweltschützern mehr Gehör zu verschaffen, liegt auch in unserem Interesse, denn wir alle haben nur diesen einen Planeten. Das erwarten wir auch vom nächsten Klimagipfel im Dezember in Paris."

=> GfbV Menschenrechtsreport Nr. 77: Indigene Umweltaktivisten in Lebensgefahr

Quelle: www.gfbv.de 


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