oxfamBerlin. - Die am Donnerstag veröffentlichte Studie des Think-Tanks Agora Energiewende ist zu dem Schluss gekommen, dass Deutschland das vor zehn Jahren von Bundeskanzlerin Angela Merkel verkündete Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent abzusenken, noch wesentlich deutlicher verfehlen wird, als bisher angenommen.

Oxfam Deutschlands Klima-Experte Jan Kowalzig kommentierte: "Seit Jahren ist bekannt, dass Deutschland sein Klimaschutzziel, die Treibhausgase bis 2020 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren, zu verfehlen droht. Jetzt kommt raus: Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit könnte noch viel größer ausfallen, als bisher angenommen. Das ist ein erbärmliches Zeugnis klimapolitischen Versagens einer Bundesregierung, die die vergangenen Jahre damit vergeudet hat, die erneuerbaren Energien auszubremsen und die Kohlekonzerne zu schützen, anstatt den Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohlekraft einzuleiten."

"Hier geht es nicht einfach nur um ein paar Prozentpunkte. Der Klimawandel zerstört schon heute die Lebensgrundlagen vieler Menschen in den armen Ländern. Dürren, Überschwemmungen und Stürme verschärfen weltweit Hunger und Armut. Reiche Länder wie Deutschland können sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Ein derartiges Versagen, wie es beim 2020er Klimaschutzziel droht, ist nicht zu verantworten."

"Wenn sich die nächste Bundesregierung auch nur halbwegs dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet fühlt, muss sie gleich zu Beginn ihrer Arbeit ein Sofortprogramm für den Klimaschutz auflegen und den Ausstieg aus der Kohlekraft beherzt angehen, so dass die dreckigsten Kraftwerke zügig abgeschaltet werden und Deutschland in spätestens 15-20 Jahren kohlefrei ist."

=> Studie zu Treibhausemissionen bis 2040

Quelle: oxfam.de


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