S?dwind StudieSiegburg (epo). - In der indischen Steinindustrie sind Schätzungen zufolge mindestens 15 Prozent der mehr als eine Million Beschäftigten Kinder. Darauf hat das SÜDWIND Institut anlässlich des Welttages gegen Kinderarbeit am 12. Juni hingewiesen. SÜDWIND veröffentlichte eine Studie über die Arbeitsbedingungen in der Branche. Die schlechten Arbeitsbedingungen in den Minen führen demnach häufig zu schweren gesundheitlichen Schäden, von denen besonders die Kinder bedroht sind. "Dies sollten deutsche KundInnen bedenken, wenn sie die 'billigen' Steine aus Indien erwerben", gibt SÜDWIND zu bedenken.

Die indische Steinindustrie hat ihre Kapazitäten SÜDWIND zufolge in den letzten Jahren massiv ausgebaut. Eine erheblicher Teil der Steine - vor allem Marmor und Granit -geht in den Export. Deutschland zählt dabei zu den größten Abnehmern. Vorortstudien ergaben, dass beim Abbau in den Minen oftmals nicht einmal geringsten Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.

In vielen der Minen arbeiten zudem Kinder, was sowohl gegen nationale Gesetze als auch gegen internationale Konventionen verstößt. "Bei dieser Arbeit gibt es weder für die Kinder noch für die Erwachsenen Schutzkleidung", berichtet SÜDWIND. "Die hohe Staubbelastung hat dazu geführt, das hunderttausende Menschen an der Quarzstaublunge erkrankt sind."

Die Abnehmer der Steine auf den europäischen Märkten trügen eine Mitverantwortung, so SÜDWIND: "Wenn deutsche Einkäufer indische Steinhersteller gegen Produzenten aus anderen Staaten ausspielen, besteht die Gefahr, dass die Preise zu tief gedrückt werden. Dann ist die Beschäftigung fair bezahlter Erwachsener und die Einhaltung der Umweltschutzbestimmungen unmöglich", so Friedel Hütz-Adams vom SÜDWIND-Institut.

Die Selbstverpflichtungen einiger deutscher Kommunen, keine Steine aus Kinderarbeit zu kaufen, führten ebenso wie die Einführung eines Siegels für den Import von indischen Grabsteinen aus Granit in die richtige Richtung. "KundInnen aus Deutschland - seien es Kommunen, Firmen oder Privatpersonen - müssen die Einhaltung von sozialen und ökologischen Mindeststandards fordern. Sie sind dabei keineswegs machtlos, denn die stark expandierende indische Steinindustrie hat ein hohes Interesse daran, ihre Exporte auszubauen", sagte Hütz-Adams. Zudem müsse die indische Regierung die bestehende Gesetze durchsetzen und bessere Rahmenbedingungen für Kinder und Erwachsene schaffen.

? SÜDWIND Studie

Eine ausführlichere Darstellung über Umfang und Ursachen der Kinderarbeit, den Zustand des indischen Schulsystems sowie detaillierte Lösungsvorschläge für die geschilderten Probleme findet sich in:
Hütz-Adams: Indien: Schule statt Kinderarbeit - Bildung als Ausweg aus der Armutsfalle, SÜDWIND-Dekadeband 8, Siegburg 2006, DIN A4, 72 Seiten, Preis: 5,00 Euro. Bezug: SÜDWIND.

? SÜDWIND


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