HurrikanHamburg (epo). - Die weltweit führende Rückversicherungsgesellschaft Münchener Rück macht den vom Menschen mitverursachten Klimawandel für die häufigeren und heftigeren Stürme verantwortlich. Seit 1995 habe die Gesellschaft deutlich mehr Stürme verzeichnet, sagte der Sturmexperte der Versicherung, Ernst Rauch, der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit". Das Wasser im Golf von Mexiko und im Atlantik sei ein bis vier Grad wärmer als üblich, sagte er zur Begründung der vielen Unwetter. Der Trend passe zu den Prognosen, wonach die Klimaerwärmung zu "größerer Sturmaktivität" führe.

Der Sturmexperte rechnet nach dem verheerenden Hurrikan "Katrina" im Süden der USA mit weiteren schweren Unwettern in der Region: "Wir erwarten noch fünf bis acht weitere Stürme in dieser überaktiven Saison im Atlantik und in der Karibik", sagte Rauch der "Zeit". Nach seinen Angaben gab es bis Ende August mit elf Tropenstürmen oder Hurrikanen "bereits so viele Tropenstürme wie normalerweise im gesamten Jahr".

Zur Sturmaktivität sagte Rauch in der "Zeit" (Ausgabe vom 1. September): "Ab 1995 begann sie zu steigen, in den beiden vergangenen Jahren lagen die Werte bei 15 bis 16 Ereignissen, etwa die Hälfte mehr als langjährig üblich. Ob wir heuer den Rekordwert von 21 aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts erreichen oder gar überschreiten, ist noch offen. Bereits im Juni und im Juli 2005 verzeichneten wir eine absolute Rekordaktivität."

Laut Rauch verursachen Stürme die schlimmsten Schäden von allen Naturkatastrophen. Seit 1950 seien 75 bis 95 Prozent der Schäden von versicherten Naturkatastrophen sturmbedingt. Er rät zur Vorbeugung, etwa durch feste Bauten. So fallen laut Rauch Sturmschäden in Deutschland deutlich niedriger aus, weil die Häuser sicherer gebaut sind. "Bei uns stürzen selten Häuser ein", sagte der Fachmann.

Die Zeit
Münchener Rück


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