Gender

uganda maedchen lea 720x480

Berlin. - Es sieht nicht besonders gut aus für Mädchen am Welt-Mädchentag, der am 11. Oktober zum dritten Mal begangen wird. 70.000 junge Mädchen sterben jährlich beim Gebären von Kindern. Jedes vierte Mädchen wurde laut UNICEF Opfer von Gewalt. 34 Millionen Mädchen gehen nicht zur Schule. Etwa 15 Millionen Mädchen werden weltweit verheiratet, bevor sie 18 Jahre alt sind. In Indien und China ist es durch geschlechtsselektive Abtreibung unwahrscheinlicher, überhaupt als Mädchen zur Welt zu kommen. In Nigeria werden immer wieder Mädchen in Schulen oder auf dem Weg zur Schule entführt. Von 126 Millionen jungen Menschen, die nicht lesen und schreiben können, sind 61 Prozent Mädchen. Das sind die Zahlen zur Situation von Mädchen weltweit in diesem Jahr. Sie zeigen, dass kulturelle Praktiken und traditionelle Geschlechterrollen Mädchen daran hindern ihr Potential auszuschöpfen.

Kinder in Uganda. Foto: USAID

Kampala. - Ein Drittel der Frauen in Uganda wünscht sich nach Angaben der US-Entwicklungsbehörde USAID mehr Abstand zwischen Geburten und weniger Kinder, aber sie haben keinen Zugang zu Verhütungsmitteln. Darüber diskutierten, wie die Zeitung New Vision berichtete, verschiedene Regierungsvertreter Anfang Oktober in der ugandischen Hauptstadt Kampala. Von Lea Gölnitz, z.Zt. Kampala

worldbank report voices agency 2014Washington D.C. - Die Weltbank hat im September diesen Jahres ihren Bericht "Voice and Agency: Empowering women and girls for shared prosperity" den G20 vorgestellt. Dies ist nach Angaben von Action Aid ein wichtiger Bericht, der erkennt, dass es bei der Stärkung von Frauen um mehr geht als nur den Zugang zu Einkommen oder Waren und Dienstleistungen. Dennoch gibt es Kritik.

Berlin. - In der Entwicklungspolitik war das Ziel Diskriminierung von Frauen und Mädchen zu beenden noch nie so beliebt wie heute. Entwicklung geht jetzt ganz einfach, in dem man Frauen und Mädchen stärkt.

csr indiaNeu Delhi. - Trotz Verbotes ist Geschlechterselelektion in Indien weit verbreitet und nimmt sogar noch zu. Weibliche Föten werden abgetrieben, was langfristig Frauenmangel beziehungsweise Männerüberschuss zur Folge hat. Diese Situation ist in einigen indischen Bundesstaaten bereits Realität: In den nordindischen Staaten Punjab und Haryana werden bereitsheiratsfähige Frauen gesucht, und Familien holen Frauen aus anderen Bundesstaaten, um ihre Söhne zu verheiraten. Erwartet werden bei zunehmendem Frauenmangel mehr Gewalt, ein Anstieg des Menschenhandels und der Prostitution. Teilweise sind diese Trends heute schon spürbar. Es besteht die Gefahr das Frauen eine Handelsware werden, die sich vor allem reiche Männer leisten können.

hbs 150Berlin. - Der Anne-Klein-Frauenpreis der Heinrich-Böll-Stiftung zeichnet herausragende Frauen aus, die sich mutig und hartnäckig für die Geschlechterdemokratie und gegen die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der geschlechtlichen Identität einsetzen.

 

 indien frauen selective lea 600

Neu Delhi. - In Indien mehren sich Berichte über Entführungen von Mädchen, Vergewaltigungen und Kinderprostitution. Auch Mitgift -und Ehrenmorde, Säureattacken, häusliche Gewalt sowie das Abtreiben weiblicher Föten und das absichtliche Vernachlässigen von weiblichen Kleinkindern stehen alle in dem gleichen Zusammenhang – und zeigen den niedrigen Status der Frauen in der indischen Gesellschaft. Belästigungen in der Öffentlichkeit und Drohungen mit Säureangriffen zeigen dass Teile der Bevölkerung immer noch nicht akzeptieren wollen, dass die weibliche Hälfte der Bevölkerung ein Recht hat am öffentlichen Leben teilzunehmen. Dabei muss jedoch betont werden, dass Frauen in einigen Bundesstaaten gar nicht mehr die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Und das hat weitreichende Folgen für die ganze Gesellschaft.

Back to Top