Entwicklung

Die Memorandumsgruppe entwicklungspolitischer Experten, die schon 1998 vor den Bundestagswahlen eine Stellungnahme veröffentlicht hatte, legt nun auch im Vorfeld der Bundestagswahlen 2002 ihre Forderungen an Bundestag und Bundesregierung vor: Entwicklungspolitik als Teil einer neuen Weltfriedenspolitik.

Berlin (epo). - Selten hat ein neues Medium so viele Erwartungen geweckt und so viele Befürchtungen ausgelöst wie das Internet. Seit dem Beginn des Internet-Booms Mitte der 90er Jahre verbanden viele Aktivisten in Bürgerrechtsbewegungen und anderen Gruppen der Zivilgesellschaft mit dem heraufziehenden Informationszeitalter die Hoffnung auf globale Gerechtigkeit und weltweite Demokratisierung: "Die Internetionale erkämpft das Menschenrecht", lautete einer ihrer Slogans. Die Gegenseite machte in der digitalen Revolution sogleich Gefahren aus und rief nach Kontrolle, Regulierung und Zensur. Um die Gesellschaft vor Schaden zu bewahren, müssten politischer Extremismus, religiöse Militanz, Pornographie oder "westliche Dekadenz" aus dem Netz der Netze verbannt werden, lautet ihre Überzeugung.

Berlin (epo). - Über Strassen ist das kleine Völkchen der Kelabit im nördlichen Teil Zentral-Borneos nicht zu erreichen. Aber über das Internet. Die indigene Bevölkerung der Kelabit im Dörfchen Bario in den Bergen des malaysischen Bundesstaates Sarawak ist neuerdings Zielgruppe eines Projekts der Fakultät für Informationstechnologie der malaysischen Universität Sarawak (UNIMAS): "E-Bario". Das Projekt soll einen "Internet-Zugang für entlegene Kommunen" schaffen und damit die digitale Kluft zwischen Armen und Reichen, Wissenden und Unwissenden überwinden helfen. Ein Zuschuss des International Development Research Centre (IDRC) in Ottawa (Kanada) hat das Forschungsprojekt möglich gemacht.

Der Zugang zum weltweiten Netz ist in Indien eine Frage des Geldes, meint Subbiah Arunachalam, Professor für Informationstechnologie an der Swaminatah Research Foundation, Chennai, Indien.

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Frustrierend fällt dieses Jahr das Resümee von Welthungerhilfe und terre des hommes zur Entwicklungspolitik der Bundesregierung aus. Zum sechsten Mal stellten die beiden Organisationen ihren alljährlichen Bericht "Die Wirklichkeit der Entwicklungshilfe" Anfang September in Bonn vor. Letztes Jahr hatten sie noch heftige Schelte dafür hinnehmen müssen, daß sie einen Rückgang der staatlichen Entwicklungshilfe auf 0,29 Prozent des Bruttosozialproduktes prognostizierten. Nunmehr haben sie von der OECD Recht bekommen: Statt - wie immer wieder gefordert bei 0,7 - liegt die Zahl für 1997 nur bei 0,28 %. Das bedeutet - gemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung hierzulande - seit 1990 einen Rückgang um ein Drittel.

GlobusAngesichts der Globalisierung der Märkte werden die Fähigkeiten, Zugang zu Informationen zu erhalten, Informationen zu erzeugen, zu kanalisieren und sie effektiv zu nutzen, zu den wichtigsten Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit von Ländern. Den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien - insbesondere Internet und Onlinediensten - kommen hierbei besondere Bedeutung zu.

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