Artenschutz

red list 250Berlin. - Der vom Menschen verursachte Klimawandel könnte zu einem "globalen Arten-Killer" werden. Zu diesem Fazit kommt die Umweltorganisation WWF, nachdem die Weltnaturschutzunion IUCN im Vorfeld der Klimaschutzkonferenz in Paris ihre aktualisierte Internationale Rote Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten vorgelegt hat. Dem Update zufolge finden sich auf der Rote Liste der gefährdeten Arten insgesamt über 79.800 Tiere und Pflanzen (Stand Juni 2015: 77.340), von denen 23.250 (Stand Juni 2015: 22.784) in ihrem Bestand akut bedroht sind.

pro wildlifeMünchen. - In den letzten zehn Jahren haben Großwildjäger unter anderem die Trophäen von 323 Elefanten, 417 Leoparden, 195 Löwen, 24 Breitmaulnashörnern und zwei Spitzmaulnashörnern nach Deutschland importiert - genehmigt vom Bundesamt für Naturschutz (BfN). Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen hervor. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife kritisiert die Genehmigungspraxis der zuständigen Behörde: Diese habe seit 2005 nur fünf von 1.614 Einfuhranträgen (0,3 Prozent) für Jagdtrophäen abgelehnt.

FAUErlangen. - Die Artenvielfalt im Meer wird sich zukünftig erhöhen – allerdings nur in einigen Regionen. Andere Lebensräume hingegen werden ihre Artenvielfalt verlieren. Schuld daran ist die Erwärmung der Meere: Durch sie werden sich einige Arten ausbreiten, so dass bislang ökologisch einzigartige Regionen sich immer mehr ähneln werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, an der auch Paläobiologen der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) beteiligt waren, und die jetzt in der Zeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht wurde.

Stechginster in Neuseeland. Foto: Uni Wien

Konstanz/Wien. - Immer mehr Pflanzenarten werden durch den Menschen in neue Gebiete eingeschleppt. Eine wissenschaftliche Erhebung gibt nun erstmalig eine Übersicht über die vom Menschen verursachte Ausbreitung von Pflanzenarten auf andere Kontinente. Ein internationales Forscherteam, darunter Wissenschaftler der Universität Konstanz und der Universität Wien, hat herausgefunden, dass durch den Menschen bereits 13.168 Pflanzenarten verschleppt wurden – das entspricht 3,9 Prozent der weltweiten Artenzahl an Pflanzen. Ihre Forschungsergebnisse erscheinen aktuell in der Ausgabe des renommierten Wissenschaftsjournals "Nature".

riesenasselspinne 300 uni duisburgDuisburg/Essen. - Es ist stockdunkel und klirrend kalt – und doch gibt es in der Antarktis eine faszinierende Artenvielfalt. Das haben jetzt Wissenschaftler aus Australien, den USA und Deutschland, darunter federführend ein Biologe der Universität Duisburg-Essen (UDE), herausgefunden. Die Forscher untersuchten über 500 Riesenasselspinnen, die im Südpolarmeer häufig vorkommen. Ihr Fachartikel in der Zeitschrift Royal Society Open Science zeigt nun, dass einige ihrer Arten in der Antarktis entstanden sind und von dort aus die Weltmeere besiedelten, nicht umgekehrt, wie oft angenommen.

Untersuchung der Artenvielfalt durch die Uni Bayreuth. Foto: Universität Bayreuth

Bayreuth. - Eine multinationale Forschungsgruppe hat erstmals in weltweit koordinierten Forschungsarbeiten die Zusammenhänge zwischen pflanzlicher Biomasse und pflanzlicher Artenvielfalt in Ökosystemen untersucht. Dabei stellte sich heraus: Der größte Artenreichtum ist dort zu beobachten, wo die Produktion von Biomasse weder sehr niedrig noch signifikant hoch ist, sondern sich auf einem mittleren Niveau bewegt.

kaukasus leopard wwf

Berlin. - Das Bundesumweltministerium (BMUB) und das Bundesfinanzministerium (BMF) warnen Urlauber vor unerlaubten Reise- Souvenirs, die von geschützten Tier- und Pflanzenarten stammen. Jährlich beschlagnahmt der Zoll allein an Flughäfen mehr als 70.000 "Mitbringsel". Die Smartphone App "Zoll und Reise" soll deutsche Touristen vor unliebsamen Überraschungen bei der Rückkehr schützen.

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